Boobielicious

Hoi ihr Powerfrauen*, Weltretter*innen, ungleich bezahlte Over-Performer*innen, Kämpfer*innen und on the fly top shots unserer Gesellschaft und hoi auch ihr mutigen Männer* da draussen…

Momentan herrscht zu Recht ein richtiger Hype um das Thema Vulva, wie zum Beispiel diese Werbung zeigt – wie sie aussieht, was sie kann und wieso wir Frauen* sie mehr lieben sollten. Die Vulva führt meistens ein unbekanntes Dasein, weil sie nicht so sichtbar ist wie der männliche Penis oder die weibliche Brust. Heisst aber nicht, dass wir alle ein entspanntest Verhältnis zu unseren Brüsten haben. Oder? Wie steht ihr zu euren Brüsten? Ich persönlich habe ein schwieriges Verhältnis zu meinen. Trotzdem oder gerade deswegen hat mich das Projekt Boobielicious der beiden Künstler*innen Deliah und Seraina gleich angesprochen. Aufgrund ihrer T-shirts habe ich mir Gedanken zu meinem verkorksten Verhältnis gemacht. Dabei wurde mir klar, dass meine schwierige Beziehung stark von den gängigen Schönheitsidealen und selbstlimitierenden Annahmen beeinflusst wird. Diese Feststellung hat in mir eine kleine Krise ausgelöst. Ja, Selbstliebe ist nicht immer so einfach und wir alle werden von Werbung und propagierten Schönheitsidealen beeinflusst. Es ist an der Zeit, Frauen*körper so zu zeigen wie sie sind: Dünn, kurvig, mit Dellen oder Narben – aber alle auf ihre einzigartige Weise schön.

Die Beiden haben mit ihrem Projekt so viel in mir ausgelöst, dass ihr sie auch unbedingt kennenlernen müsst. Deshalb freut es mich unglaublich euch heute die zwei grossartigen Frauen* und Kickass Selfloving Feminists Deliah und Seraina vorzustellen.

Die Künstler*innen Deliah und Seraina

Deliah und Seraina sind zwei Künstler*innen, die sich in ihrem Projekt Boobielicious mit den Themen Selbstliebe und Zensur der weiblichen Brust auseinandersetzen. Bis jetzt besteht Boobielicious aus einer Shirt Kollektion. Durch das Tragen der Shirts wollen sie, dass weibliche Brüste mehr in den Alltag integriert werden und zu Gesprächen anregen. Die zwei Künstler*innen spielen mit der Ironie, als Frau* etwas durch ein Kleidungsstück verdecken zu müssen/wollen und es aber genau durch dieses nach Aussen zu tragen. Auch soll Boobielicious dazu ermutigen mit Stolz Brüste zu tragen. Für uns haben sie drei Fragen beantwortet:

1. Wann wart ihr das letzte Mal richtig mutig?

Für uns bedeutet Mut, unter anderem immer zu seiner eigenen Meinung zu stehen und sich dazu auch in kritische Situation zu äussern und für das einzustehen, was einem wichtig ist. Wir probieren dies tagtäglich umzusetzen.

2. Was würdet ihr heute eurem 18jährigen Ich raten?

Ehrlich gesagt müssen wir feststellen, dass wir beide ziemlich zufrieden mit unseren 18-jährigen ‘ichs’ sind. Grundsätzlich würden wir allen jungen Frauen* raten, schon früh den Pfad der Selbstliebe zu gehen. Und somit seinem Körper liebevoll gegenüber zu treten und sich nicht von Schönheitsidealen beeinflussen zu lassen.

3. Was bedeutet für euch Feminismus?

Für uns bedeutet Feminismus Gleichberechtigung und respektvoller Umgang zwischen den Geschlechtern. Auch das Loslassen von Rollenbilder und Stereotypen gehören für uns dazu. Uns ist wichtig, dass jeder (egal welches Geschlecht) sein Leben so gestalten kann, wie gewünscht, ohne Einschränkungen durch gesellschaftliches Denken.

Die Tshirts von Boobelicious gibt es hier. Ich freue mich auf einen sichtbar busigen Sommer. Eure Siri

Liebe dich!

Hoi ihr Powerfrauen*, Weltretter*innen, ungleich bezahlte Over-Performer*innen, Kämpfer*innen und on the fly top shots unserer Gesellschaft und hoi auch ihr mutigen Männer* da draussen

Nach einer kurzen Pause melde ich mich wieder zurück – heute zum Thema Selbstliebe. Darum soll’s  ja in meinem Blog auch gehen. Du willst wissen wie Selbtsliebe mit Feminismus und erst Recht mit Kickass zusammenhängt? Ich erzähl’s dir aber dafür muss ich kurz ausholen. Nachdem ich meine geplante Hochzeit wenige Wochen vor dem Tag, der alles verändern sollte, abgesagt habe, war es an der Zeit sich um mich zu kümmern. Wer bin ich? Was macht mich aus? Was will ich? Da war ich also von 0 auf 100 mit vollkommener Feiheit konfrontiert und wusste nicht so recht wo ich anfangen sollte. Während diesem langen Prozess zu mir habe ich allerlei ausprobiert und realisiert, wie wichtig Selbstliebe ist. Seit ich das für mich entdeckt habe geht vieles in meinem Leben einfacher und Selbstliebe ist meine persönliche «Religion» geworden.

Für mich hat Selbstliebe ganz viele Aspekte und kommt fast immer und überall zur Anwendung:

Du willst mehr Lohn? Um das einzufordern brauchst du viel Selbstliebe, denn nur wenn du für dich selbst verstehst wie gut du bist und wie viel Wert deine Leistung hat, kannst du sachlich danach fragen (kickass!). Ansonsten kann es sein, dass du aus falscher Rücksichtsnahme auf die anderen akzeptierst weniger zu verdienen. Ein typisches Frauending.

Du bist auf der Suche nach dem richtigen Partner und angelst dir aber immer jemand unpassendes? Auch hier, nur wenn du dich selbst und deine Bedürfnisse kennst und dazu stehst (und die auch gegenüber dem Anderen formulieren kannst) wird es möglich sein, jemanden zu finden, der deinen Bedürfnissen entspricht. In erster Linie geht es für mich um die Frage, wenn nicht ich, wer dann soll für mich einstehen, mich respektieren, meine Bedürfnisse aussprechen und mich lieben? Wenn ich mir selbst nicht nahe bin, werde ich immer dem verdammten Idioten von Tinder hinterher weinen, dann werde ich immer in der Opferrolle bleiben und mich von anderen treiben lassen. Sobald ich aber meine Bedürfnisse kenne, meine Stärken einschätzen kann und mir immer wieder einrede, dass ICH alleine alles schaffen kann, kann ich mein Leben selbst in die Hand nehmen. Und diese positive und bestimmte Energie nimmt das Umfeld wahr. Das heisst nicht, dass man sich selber nicht hinterfragen sollte. Ganz im Gegenteil, für mich ist Selbsreflektion unerlässlich um sich weiterzuentwickeln und ist ein ongoing Prozess.

Und wenn man mit sich im Reinen ist, dann ist man eben auch weniger neidisch. Was kümmert’s mich was die anderen machen oder haben. Und das ist eine wichtige Voraussetzung damit wir gegenüber anderen Frauen* grosszügiger werden und uns füreinander freuen. Und hier sehe ich die Verbindung von Selflove und Feminists. Frauen*, liebt euch selbst so wie ihr seid, unterstützt euch gegenseitig, denn wir haben’s schon schwer genug und feiert zusammen die grossen und kleinen Erfolge. Cheers, ich trink auf euch da draussen! 😉 Auf bald, Siri