Die Frauen*wahl

Hoi ihr Powerfrauen*, Weltretter*innen, ungleich bezahlte Over-Performer*innen, Kämpfer*innen und on the fly top shots unserer Gesellschaft und hoi auch ihr mutigen Männer* da draussen…

Der 20. Oktober 2019 war ein guter Tag für die Schweiz. Der weibliche Anteil an Parlamentarierinnen im Nationalrat ist um 10% auf 41.5% gestiegen. Endlich wird das Volk nicht nur von konservativen alten weissen Männern in Bern vertreten, sondern auch von jungen, grünen und weiblichen Politiker*innen. Und wer behauptet da noch mal, der Frauen*streik habe gar nichts gebracht? HA! BÄM sag ich da nur – take this!

Nicht alle sind feministisch

Das heisst aber leider auch nicht, dass alle diese weiblichen Politikerinnen auch feministisch sind und sich für Gleichberechtigungsthemen einsetzen. Diese traurige Tatsache wurde allerspätestens in der Diskussionsrunde der Arena vom 25. Oktober 2019 klar. Vier Frauen aus verscheidenen Parteien haben über das Thema Gleichberechtigung diskutiert und die Argumente der Rechten und Bürgerlichen gegen weitere Massnahmen zur Gleichberechtigung waren so schlecht, dass es weh tat zuzuschauen. Es wurde nicht einmal anerkannt, dass es weitere Massnahmen brauche. Wahrscheinlich lernt man diese Stammtisch-Argumentation beim Gläserpolieren mit Toni Brunner.

Noch nie als Frau diskriminiert worden

Die Repräsentantin der SVP äusserte stolz, noch nie als Frau in der Schweiz diskriminiert worden zu sein. Kennen tut sie in ihrem Umfeld wohl auch niemanden oder es waren sicherlich Ausländer. Ich wage jedoch zu behaupten, dass Sie bereits indirekt diskriminiert worden sind. Zum Beispiel zahlen Sie jeden Monat eine Luxussteuer auf Damen-Hygieneprodukte, weil diese Produkte einem höheren Mehrwertsteuersatz unterliegen (7.7%). Im Vergleich dazu wird Viagra wie Brot und andere Produkte des täglichen Bedarfs mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2.2% besteuert. Die Welt ist halt so, ich weiss. Diskriminierung gegenüber Frauen*? Nein, in der schönen Schweiz gibt es das nicht.

Es braucht keine Quote

Natürlich brauchen wir in der Schweiz auch keine harte Quote, weil keine Frau will als Quote gesehen werden. Liebe Frau FDP, wenigstens von ihnen hätte ich erwartet, dass Sie wissen wie die Wirtschaft funktioniert. Was gemessen wird, wird auch umgesetzt. Die Quote ist nicht die Lösung aller Probleme, aber eine effektive Massnahme, um den Fortschritt zu beschleunigen. Einfach abwarten hat ja bisher auch nicht viel gebracht. Oder wie erklären sie mir sonst, dass die Führungsteams der grössten Unternehmen in der Schweiz immer noch vorwiegend männlich sind, obwohl tausende von Studien belegen, dass gemischte Teams mehr Umsatz bringen? Solange die 30% nur eine Richtline bleiben und nur auf der Ebene Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gelten, werden gemischte Führungsteams auf allen Ebenen erst in weiss wer wie vielen Jahren Realität werden. Ich weiss nicht wie es ihnen geht, aber so lange habe ich nicht mehr Geduld.

Feminismus heisst Solidarität

Ich wünsche mir also von der Politik in diesem Land in den nächsten vier Jahren, dass wir endlich brauchbare Vorschläge und bitte gleich auch die Lösung zu Gleichberechtigungsthemen auf den Weg bringen. Damit das gelingt muss parteiübergreifend gearbeitet werden, zum Wohl unserer Gesellschaft. Dazu brauchen wir mutige Politikerinnen und Politiker, die kompromisslos für diese verschiedenen Forderungen parteiübergreifend einstehen, sich untereinander vernetzen um das Patriarchat zu zerschlagen. Feminismus heisst auch solidarisch für Frauen* zu handeln die nicht so privilegiert sind wie wir. Denkt darüber nach, liebe nicht feministische Parlamentarier*innen. Ich verlasse mich auf euch, Siri

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.