Ich streike und du?

Foto by Siri, Bahnhof Wiedikon

Hoi ihr hoffentlich bald streikenden Powerfrauen*, Weltretter*innen, ungleich bezahlte Over-Performer*innen, Kämpfer*innen und on the fly top shots unserer Gesellschaft und hoi auch ihr mutigen Männer* da draussen…

Am 14. Juni 2019 findet in der Schweiz der zweite Frauenstreik statt. Mehr Informationen dazu findet ihr hier, auch wie ihr mithelfen könnt. Falls ihr dieses Datum noch nicht dafür reserviert habt, dann bitte sofort nachholen. Und wenn ihr euch jetzt tatsächlich fragt, wieso denn streiken, dann hier meine Gründe wieso ich am 14. Juni 2019 nicht ins Büro sondern auf die Strasse gehen werde.

Ich streike…

…aus Wut, weil diese andauernde Ungleichheit zwischen Mann* und Frau* zum Kotzen ist. Wut, weil Reden und Unconscious Bias Trainings auch nichts gebracht haben. Wut, weil weisse alte Männer über unsere Körper bestimmen und Abtreibungen immer noch politisch sind. Wut, da die Glasdecke für Frauen* schon lange durchbrochen sein könnte, wenn Männer* nur wollten.

…aus Pflicht. Um die Errungenschaften der vielen mutigen Frauen vor uns zu würdigen, aber auch weiterzutreiben. Dank ihnen dürfen wir heute zur Schule und Abstimmen gehen und sind nicht zu reinen Gebärmaschinen verdammt. Aber es sind längst noch nicht alle Forderungen umgesetzt worden. Es ist also unsere Pflicht diese jetzt einzufordern – für uns und die Generationen danach.

…aus Mitgefühl, mit all den unterdrückten, missbrauchten und misshandelten Frauen*. Aus Mitgefühl für all die Frauen auf der Welt, die Gewalt erleben müssen und deren Meinungsäusserung bestraft wird. Aus Mitgefühl, für all die mutigen Frauen* die sich gewehrt haben.

…aus Unverständnis, wann und wieso haben sich die Männer* das Privileg genommen, Frauen* als weniger kompetent, wertvoll und stark zu betrachten? Die Geschichte der Frauenbewegung zeigt klar, dass Frauen* seit sehr langer Zeit von Männern* bestimmt werden. Vor was habt ihr Angst? Es ist an der Zeit sich vorwärts zu bewegen, die Jagdzeiten sind vorbei.

…aus Überzeugung, dass mit Gleichberechtigung alle gewinnen. Hier einige Beispiele. Männer* gewinnen, weil sie sich nicht mehr länger über alte typische Männerbilder definieren müssen, in pinken Hemden ihre Gefühle zeigen dürfen (weil leider wichtig), Teilzeitarbeiten können und trotzdem keine Weicheier sind. Frauen* gewinnen, weil sie für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen würden oder weil sie trotz Kindern ohne Vorurteile arbeiten gehen könnten.

…aus Ideologie, dass der Status Quo unsere Gesellschaft nicht weiterbringt. Reine Männergremien müssen ausgerottet werden, denn die komplexen Probleme unsere Gesellschaft lassen sich nur lösen, wenn wir alle am Tisch sitzen und mitentscheiden können. Diversität bringt die benötigte Meinungsvielfalt, aber nur wenn Mann* es zulässt.

Wieso ballst du deine Faust am 14. Juni 2019?

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